AnfängerSchwimmblog

Schwimmanfänger-Tipps

Schwimmanfänger-Tipps

Ob man der Gesundheit zuliebe oder mit ambitionierten Gedanken mit dem Schwimmen anfängt, es wird nicht leicht. Fehlende Ausdauer, Beanspruchung von neuen Muskelgruppen oder auch die nicht korrekte Schwimmtechnik lassen gerade Anfänger schnell verzweifeln und wieder mit dem Schwimmsport aufhören. Dabei ist gerade das Schwimmen eine der besten Sportarten mit der man alt werden kann. Auch wer mit Problemen des Bewegungsapparates zu kämpfen hat, kann damit seine Fitness, Kraft und Koordination kontinuierlich verbessern. Schwimmen kann man im Winter wie im Sommer. Aber bevor Ihr jetzt die Badehose & Handtuch einpackt und losgeht, möchten wir noch ein paar Tipps für den Anfang geben.

Schwimmtechnik Ellenbogen ist hoch aus dem Wasser

Anfangen kannst Du am besten mit Brustschwimmen oder Kraulen. Das sind sicherlich die Techniken mit denen Ihr schon einmal in Berührung gekommen seid. Wobei Brustschwimmen hier sicherlich für den blutigen Anfänger die einfachere Lage sein wird auch in Bezug auf die Atemtechnik. Schneller seid Ihr natürlich mit der Kraultechnik unterwegs, aber die seitliche Atemtechnik in Kombination mit dem wechselnden Armzug und kontinuierlichen Beinschlag überfordert einen ungeübten Schwimmer sehr schnell. Für Freizeitplanscher lohnt es sich für beide Lagen sicherlich an einem Schwimmkurs teilzunehmen, um von Anfang an die richtige Technik zu erlernen.

Tipp 1 – Die Ausrüstung für das Schwimmen

Ausrüstung / Schwimmhilfen werden am Anfang nicht benötigt

Handtuch, Bademütze, Schwimmbrille, Badehose, Poolboy, Paddels, Flossen, Schwimmschnorchel, Wiederstandshose… Der Markt ist voll von Angeboten was man alles zum Schwimmen mitbringen kann und was einem einen schnellen Trainingsfortschritt verspricht. Hand auf’s Herz, Karbon statt Kondition wird Euch beim Schwimmen, gerade am Anfang nichts bringen. Das Geld spart Ihr Euch lieber und investiert es in zusätzliches Schwimmbad-Eintrittsgeld 😉 Empfehlen können wir Euch am Anfang eine Badehose anzuziehen. Ihr wollt ja nicht herausgeschmissen werden oder für unnötiges Aufsehen sorgen. Auch Bikinis sind eventuell nicht die beste Schwimmbekleidung da diese doch sehr locker sitzen und sich beim Kraulen eventuell lösen könnten. Neben der Badehose ist es sehr zu empfehlen Euch eine Schwimmbrille zu besorgen. Diese schont Eure Augen gegen das Chlorwasser und es fällt Euch leichter, die korrekte Atemtechnik mit Kopf unter Wasser auszuführen. Schöner Nebeneffekt: Eure Augen sehen nicht aus wie die vom Graf Dracula wenn Ihr aus dem Schwimmbad kommt. Badekleidung, die wenig Widerstand bietet, könnt Ihr Euch anschaffen – ist aber gerade zu Beginn keine Pflicht. Es ist im Training unerheblich, ob Ihr die 25m 1-2 Sekunden schneller schwimmt. Bitte prüft, ob in Eurem Schwimmbad eine Bademützenpflicht besteht.

Tipp 2 – Umfang des Schwimmtrainings

Gerade am Anfang wirst Du schnell aus der Puste sein und es fühlt sich alles so an, als ob Du hochintensiv trainieren würdest. Daher solltest du es nicht übertreiben und die Einheiten sollten nicht mehr als 30 Minuten dauern. Mit 2-3 Trainingseinheiten pro Woche kommt dann auch die Ausdauer von ganz alleine und Du wirst automatisch bald länger schwimmen wollen. Auch ist es am Anfang ganz normal, dass Du alle 25-50 Meter eine Pause haben willst. Mache diese Pausen auch und konzentriere dich am Anfang bei jeder Bahn auf den richtigen Schwimmstil. Das ist in meinen Augen gerade zu Beginn sehr wichtig und verhindert, dass Du aufgrund von Erschöpfung unsauber schwimmst. Je unsauberer eine Lage ausgeführt wird, desto anstrengender wird es. Ein Teufelskreis. Wenn du beide Lagen (Kraul- und Brustschwimmen) beherrschst, dann kannst Du diese auch am Anfang abwechselnd schwimmen. (25m Brust, 25m Kraul, 25m Brust,…)

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach aber, dass Du am Anfang kontinuierlich am Training bleibst und nach und nach die Schwimmstrecke erweiterst. Auch lieber langsam und sich mal überholen lassen als ständig Vollgas. Die Kondition kommt von alleine! Mit jedem Training wird es sich besser anfühlen, Du wirst schneller und kannst länger schwimmen.

Tipp 3 – Aufbau eines Schwimmtranings

Ein Schwimmtraining besteht normalerweise aus 4 Teilen:

1. Einschwimmen

Locker die Muskeln aufwärmen. Das kann vorab durch Trockenübungen am Beckenrand angefangen werden und wird durch lockeres Schwimmen im Becken vollendet. Ihr wärmt Euch richtig auf, wenn es sich am Anfang viel zu langsam anfühlt als hätte es gar keinen Trainingseffekt. Nach und nach steigert Ihr ein wenig die Belastung.

2. Techniktraining

Überlegt Euch welche Lage und welchen Teil der Lage Ihr an diesem Tag intensiver optimieren wollt. Es gibt viele Technikübungen die sich auf spezielle Teile wie Armzug, Gleiten, Beinschlag,… konzentrieren. Baut am Anfang 4-6 Übungen ein. LANGSAM und mit höchster Acht auf die durchgeführte Technikübung. Noch ein Tipp: Es sollte Euch egal sein, was die anderen Gäste denken. Sieht alles etwas komisch aus 😉 Im nächsten Blog stellen wir Euch ein paar Übungen vor.

3. Hauptteil

Der Hauptteil ist die eigentliche Schwimmeinheit und besteht aus bestimmten Zielen. Diese können sein Kraft, Ausdauer, Kraftausdauer, Technik, Schnelligkeit, u.v.m. zu trainieren. Ihr solltet Euch gerade am Anfang noch nicht so große Gedanken darüber machen. Ein paar Variationen wie z. B. der Wechsel der Lagen oder zwischendrin ein paar schnellere Bahnen zu schwimmen ist am Anfang völlig ausreichend. Setzt Euch ein Ziel wie z. B. die Länge der Strecke, die Ihr schwimmen wollt oder eine bestimmte Zeit.

4. Ausschwimmen

Das Ausschwimmen bringt das Herz-Kreislaufsystem langsam wieder herunter und entspannt die Muskeln. Neben dem Ausschwimmen solltet noch ein paar Dehnungsübungen einplanen um die Muskeln wieder zu strecken. Ein gutes Ausschwimmen verhindert auch das starke Nachschwitzen was nach einer schönen warmen Dusche nach dem Training doch sehr unangenehm in der Umkleide ist.

Tipp 4 – Die richtige Wahl der Bahn

Man wird es kaum glauben, aber auch in Schwimmbädern gibt es ungeschriebene Bahnregeln. Zu normalen Schwimmzeiten treffen die unterschiedlichsten Sportler aufeinander und nur mit gegenseitiger Rücksicht wird es nicht zu unangenehmen Situationen kommen. Schaut Euch die Bahnen an und beobachtet kurz wer wo und wie die Leute schwimmen. Geht nicht auf eine Bahn auf der gerade ein Halbpofi trainiert und auch nicht auf eine auf der gerade zwei „Schnattertanten“ schwimmen. Versucht einen freien Platz zu finden und ordnet Euch von der Schwimmstärke realistisch ein. AUGEN AUF! Immer nach vorne schauen um Zusammenstöße zu vermeiden. Seid ihr ein blutiger Anfänger, versucht Euch nahe des Beckenrandes anzusiedeln. Falls mal die Kräfte schwinden, könnt ihr Euch am Beckenrad festhalten.

Jetzt haben wir Euch ein paar Dinge für den Anfang mit auf dem Weg gegeben. Anfangen müsst Ihr schon selber, aber das müsst Ihr auch nicht alleine machen. Schaut doch einfach mal bei uns im Verein vorbei, da findet Ihr viele Gleichgesinnte in verschiedenen Leistungsklassen die sicherlich auch nicht gerne alleine gehen. Nichts ist schöner als ein paar Gespräche mit Gleichgesinnten am Beckenrand zu halten und dadurch eine Ausrede für das Nicht-schwimmen zu haben. In diesem Sinne – Nicht ertrinken und einen erfolgreichen Schwimmeinstieg!